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Fleur De Malheur

News

I am beyond delighted to announce the collaboration of Fleur De Malheur and Sounds of Subterrania. Fleur de Malheur is the Urbanfolk-Soloproject from Tom Schwoll. Deeply and torn, Tom reflects on our times. Quieter than usual, but no less powerful.

»Kummperkumpels«

LP 2024

Sounds of Subterrania

SoS 232

1. Astronautin
2. Das Drama
3. Oury Jalloh
4. Prieros
5. Der Motor
6. Plastiktüte
7. Lichter
8. Kummerkumpels
9. Motardstraße
10. Der Laufende Motor
11. Schranke

inklusive 16-seitigem Booklet

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+++ NOW ON TOUR:

FLEUR DE MALHEUR
05.07.24 - Übach-Palenberg - Outbaix
FLEUR DE MALHEUR
15.07.24 - Greiz - Alte Papierfabrik

Fleur de Malheur - Das Drama

Fleur de Malheur - Plastiktüte

Info

Jeder Musikhörer, der eine Spur von Punk-Sozialisation in sich trägt, hat Tom Schwoll bereits Gitarre spielen hören. Der gebürtige Berliner ist - der Begriff ist etwas abgekaut, aber hier trifft er einfach - ein Urgestein der Punkszene in der Hauptstadt. Ob mit seinen frühen Bands wie Zerstörte Jugend und Manson Youth, für die er damals sogar die Schule abbrach, über seine Zeit als Gründungsmitglied von Jingo de Lunch und als Teilzeit-Gitarrist bei Extrabreit, weiter über die rund 25 Jahre als kompositorische Triebfeder bei Die Skeptiker - bis hin zu seiner aktuellen Punkband Es war Mord: Tom Schwoll ist eine impulsgebende Figur im (meist) deutschsprachigen Punk, seit jener damals in Berlin mit brachialer Kraft einschlug. „All die Bands, in denen ich bislang gespielt habe, waren sehr wichtig für mich, denn sie sind alle Teil meiner persönlichen Entwicklung auf musikalischer Ebene. All diese Bands und Erfahrungen gehören zusammen, all die Menschen, mit denen ich gespielt habe, haben einen Einfluss darauf genommen, als was für ein Musiker ich mich heute verstehe. Nicht alles davon hat zwingend immer auch meinem persönlichen musikalischen Horizont entsprochen, aber auch das kann ja eine wichtige Erfahrung sein.“ Obendrein betrieb er viele Jahre gemeinsam mit Smail, einem weiteren weitreichenden Pfeiler der Berliner Punk- und Hardcore-Szene, das primär auf analoge Live-Recordings spezialisierte Schaltraum Tonstudio - „mit dem Geruch und der Atmosphäre der 50er-Jahre“, wie die beiden selber auf der Homepage des Studios schrieben. Kunden waren unter anderem die Beatsteaks, die Toten Hosen, Mad Sin, Stereo Total, Selig oder Walter Schreifels, die hier eine oder auch mehrere Produktionen durchführten.
Betrachtet man Schwolls musikalische Vergangenheit, so besitzt sein erstes Soloprojekt Fleur de Malheur eine zunächst überraschende stilistische Ausprägung. Die Musik darauf ist - im weiteren Sinne - eine amerikanisch geprägte Singer-/Songwriter-Schule, versehen mit einem dunklen Twist. Ein Country mit Ecken, Kanten und manchmal auch einem betont süßen Schlenker. Ein mit Tradition aufgeladener Indie- und Folksound, der zwischen leichtfüßig und schwermütig hin und her wechselt, als sei es das Leichteste auf der Welt. „Ich habe als Kind angefangen mit einer akustischen Gitarre“, erzählt Tom über den Ursprung - sowohl seinen als Musiker als auch jenen des vorliegenden Albums. „Da war ich sieben Jahre alt und habe ‚Hang Down Your Head Tom Dooley“ im Radio gehört. Das war das erste Lied, das ich auf der Gitarre gelernt habe. In dieser Tradition habe ich dann ein paar Jahre Gitarre gespielt und dazu gesungen, bevor ich den Rock’n’Roll für mich entdeckt habe: Hannes Wader, Joan Baez, Bob Dylan und solche Sachen. Mit 13 kam dann Chuck Berry, eine E-Gitarre und ein Plektrum, und ab da habe ich das Plektrum nie wieder weggelegt. Über eine Band von Alex Hacke, bei der ich auf einem Album mitgewirkt habe, fand ich dann sehr viel später wieder zurück zum Country. So merkte ich etwa, wie sehr mich die Musik von Hank Williams berührt.“
Die Idee von Fleur de Malheur war für Schwoll aber nun nicht, seine ganz eigene Version von US-Country zu formulieren, also einfach etwas zu adaptieren und im Geiste eines bestimmten Genres zu arbeiten. „Das Projekt hat sich verselbstständigt, ich habe nicht groß nachgedacht, sondern einfach losgelegt“, beschreibt er, „und bei jedem Song einfach so lange rumprobiert, bis ich etwas hatte, mit dem ich zufrieden bin.“ Im Ergebnis wirken die Songs gleichzeitig unbehauen, aber zu Ende gedacht. Minimalistisch, aber ausgereift. Sehr nah an ihm und trotzdem raumgreifend. Einnehmend, aber in Momenten auch bewusst brüskierend. Das Finden dieser Balance: Ein Prozess, der sich über drei Jahre hinzog.